Motorradreisen · Portugal

Portugal mit dem Motorrad: drei Strassen, drei Tage

N304 durch die Serra do Alvão, N222 dem Douro entlang, N339 hinauf auf fast 2'000 Meter: Portugals drei beste Motorradstrassen in einer Runde ab Porto – so würde ich die Tour planen.

Beste ReisezeitMai, Juni und September – im Hochsommer hat es im Douro-Tal 40 Grad, auf dem Torre kann es noch im Juni schneien
Dauer3 Fahrtage ab/bis Porto, mit An- und Abreise 5 Tage
Streckerund 840 km, drei Bergstrassen, viel Kurve

Ehrlich vorweg: noch nicht gefahren, aber ganz oben auf der Liste

Diese Tour habe ich noch nicht gefahren. Ich habe davon gelesen – drei Strassen, drei Tage, 840 Kilometer – und seither lässt sie mich nicht mehr los. Die N222 zwischen Peso da Régua und Pinhão wurde 2015 in einer Studie zur besten Strasse der Welt gekürt, die N339 führt auf den höchsten Punkt des portugiesischen Festlands, und die N304 durch die Serra do Alvão gilt unter portugiesischen Motorradfahrern als Geheimtipp. Das zusammen in einer Runde ab Porto: Das macht mich sehr neugierig.

Darum hier die Tour so, wie ich sie planen würde – mit Anreise, Motorradmiete, Etappen und Hotels. Und mit einer Bitte: Wer die Strecken kennt, schreibt mir unten seine Tipps. Ich baue sie hier ein.

Anreise: Flug nach Porto, Motorrad vor Ort

Ab Zürich fliegen Swiss und TAP in gut zweieinhalb Stunden nonstop nach Porto, ab Basel easyJet. Das eigene Motorrad hinzubringen lohnt sich für drei Fahrtage nicht – von der Schweiz nach Porto sind es 1'900 Kilometer, zwei lange Tage pro Richtung. In Porto vermieten Hertz Ride und mehrere lokale Anbieter BMW GS, Honda Africa Twin und Triumph Tiger ab rund 100 bis 150 Franken pro Tag, Koffer und Navi inklusive; die Übergabe ist meist in der Stadt oder am Flughafen. Wer mit Begleitfahrzeug reist, vergleicht den Mietwagen wie immer bei Discover Cars.

Die Route: drei Etappen, drei Strassen

Tag 1, Porto – Vila Real – N304 Serra do Alvão – Mondim de Basto – Peso da Régua (ca. 230 km): Motorrad übernehmen und auf der A4 aus der Stadt, ab Amarante über die alte N15 nach Vila Real. Dann die N304: Von Vila Real steigt sie in die Serra do Alvão, Granitblöcke, Heide, Kurve an Kurve, kaum Verkehr – und fällt nach Mondim de Basto ab, wo der Monte Farinha mit der Wallfahrtskirche über dem Tal steht. Mittagspause in Mondim, dann über die N210 durch das Tâmega-Tal und die N101 über Amarante hinunter nach Peso da Régua am Douro. Erste Nacht im Douro-Tal.

Tag 2, Peso da Régua – N222 – Pinhão – São João da Pesqueira – Serra da Estrela (ca. 250 km): Morgens früh die N222 von Régua nach Pinhão: 27 Kilometer, 93 Kurven, der Fluss links, die Portwein-Terrassen rechts – das ist die Strasse, die 2015 zur besten der Welt gekürt wurde. In Pinhão am Bahnhof die Azulejos anschauen, dann weiter auf der N222 hinauf nach São João da Pesqueira mit Aussichtspunkt über das ganze Tal. Über Trancoso und Guarda (die höchstgelegene Stadt Portugals, 1'056 Meter) in die Serra da Estrela, Übernachtung in Manteigas im Gletschertal des Zêzere.

Tag 3, Manteigas – N339 Torre – Seia – Viseu – Porto (ca. 360 km): Von Manteigas durch das Gletschertal hinauf, dann die N339 zum Torre auf 1'993 Metern – Granitgipfel, der Stausee Lagoa Comprida, Blick bis nach Spanien; oben eine Jacke anziehen, es ist auch im Sommer frisch. Auf der anderen Seite hinunter nach Seia, Käse (Queijo da Serra) und Kaffee, dann über die N17 oder die A25 via Viseu zurück nach Porto. Motorrad abgeben, Abend in der Ribeira mit Blick auf die Portwein-Keller.

Wer einen Tag mehr hat, bleibt zwei Nächte im Douro-Tal und fährt die N222 in beide Richtungen – oder hängt die Küste zwischen Porto und Aveiro an. Zu Portugal insgesamt: meine Seiten zu Lissabon und zur Algarve.

Was ich vor der Tour notiert habe

  • Die N222 ist am Vormittag am schönsten und am leersten – ab 11 Uhr kommen die Reisebusse und die Weintouristen, am Wochenende die portugiesischen Motorradfahrer.
  • Portugals Nationalstrassen (N) sind meist gut asphaltiert, aber schmal und ohne Leitplanke; nach Regen liegt Laub und Sand in den Kurven. Autobahnen (A) haben elektronische Maut – beim Vermieter nach dem Via-Verde-Transponder fragen.
  • Serra da Estrela: Die N339 ist im Winter oft gesperrt, Schnee bis April ist normal. Für Mai/Juni warme Handschuhe und Regenkombi einpacken – unten 28 Grad, oben 10.
  • Douro-Tal: Portwein degustieren geht nur für den, der nicht fährt – oder abends an der Quinta, in der man übernachtet. Viele Quintas haben Garagen oder Innenhöfe fürs Motorrad.
  • Tanken: In der Serra da Estrela zwischen Manteigas und Seia gibt es auf 60 Kilometern keine Tankstelle – in Manteigas volltanken.

Übernachten: Quinta am Douro, Berghotel in der Serra

Für die erste Nacht würde ich eine Quinta im Douro-Tal wählen – ein Weingut mit Zimmern, Terrasse über dem Fluss und Abendessen im Haus; in Pinhão und um Peso da Régua gibt es Dutzende, von einfach bis Luxus. Für die zweite Nacht ein Berghotel in Manteigas oder oben an der Strasse zum Torre, wo man abends die Stille und morgens den Blick ins Gletschertal hat. In Porto zum Schluss ein Hotel in der Ribeira oder drüben in Vila Nova de Gaia bei den Portwein-Kellern.

Nach der Tour: ein Tag Douro ohne Helm

Wer das Douro-Tal auch ohne Motorrad erleben will, hängt in Porto einen Tag an: Bootsfahrt auf dem Douro, Zugfahrt der Linha do Douro nach Pinhão (eine der schönsten Bahnstrecken Europas, dem Fluss entlang) oder eine Portwein-Tour in Vila Nova de Gaia. Die Ausflüge buche ich über GetYourGuide, kostenlos stornierbar bis 24 Stunden vorher.

Geführte Touren statt Eigenregie

Wer sich nicht um Route und Hotels kümmern will: Mehrere Veranstalter fahren im Frühjahr und Herbst Nordportugal-Touren ab Porto mit Begleitfahrzeug, Motorrad und Hotels inklusive. Die aktuellen Angebote stehen in der Motorrad-Rubrik.

Kennst du die Strecken? Dein Tipp

Welche Quinta, welches Berghotel, welche Reihenfolge – und wie war der Vermieter in Porto? Schreib mir deine Tipps, ich prüfe sie, baue die besten hier ein und nenne dich beim Vornamen.

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