330 Kilometer flussabwärts, fast immer flach, fast immer autofrei – die beste erste Radreise, die ich kenne.
Der Donauradweg zwischen Passau und Wien ist der meistgefahrene Fernradweg Europas, und das aus gutem Grund: Er führt fast durchgehend auf eigenen Wegen am Fluss entlang, hat keine nennenswerten Steigungen und alle zehn Kilometer ein Dorf mit Gasthaus. Man kann ihn mit dem Tourenrad, dem E-Bike oder mit Kindern fahren, und wer am Abend ein Hotel haben will, findet in jedem Etappenort eines.
Ich bin ihn im September gefahren, mit Gepäcktransport und vorgebuchten Hotels. Das nimmt der Reise jede Hektik: morgens Koffer vor die Rezeption stellen, losfahren, abends steht er im nächsten Hotel.
Etappe 1, Passau – Schlögen (45 km): Einrollen auf der Südseite der Donau, durch das enge Tal bis zur Schlögener Schlinge, wo der Fluss sich um 180 Grad dreht. Übernachten direkt an der Schlinge, der Blick vom Aussichtspunkt am Morgen ist der schönste der ganzen Strecke.
Etappe 2, Schlögen – Linz (55 km): Das Tal öffnet sich, Eferdinger Becken, dann Linz. Abends in die Altstadt oder auf den Pöstlingberg.
Etappe 3, Linz – Grein (65 km): Vorbei an Mauthausen (Gedenkstätte, einplanen) in den Strudengau, die engste Stelle der Donau, mit dem Städtchen Grein als Ziel.
Etappe 4, Grein – Melk (50 km): Durch den Nibelungengau nach Melk, dessen Stift schon von weitem über dem Fluss zu sehen ist. Stiftsbesuch am Nachmittag.
Etappe 5, Melk – Krems (40 km): Die Wachau: Weinberge, Marillenbäume, Dürnstein und Spitz. Die kürzeste Etappe, absichtlich – Heuriger am Abend, und hier lohnt sich ein Ruhetag.
Etappe 6, Krems – Wien (75 km): Durch das Tullnerfeld und den Wienerwald-Rand bis zur Donauinsel; die letzten Kilometer auf der Insel in die Stadt sind ein schöner Abschluss.
Ich empfehle, den Donauradweg als Paket zu buchen: Hotels, Gepäcktransport, Routenbuch und Rücktransfer sind organisiert, man fährt mit leichtem Gepäck und hat am Abend das Zimmer sicher – gerade in der Wachau, wo im Mai und September alles ausgebucht ist. Die Preise liegen für sieben Nächte meist zwischen 700 und 1'100 Franken pro Person, E-Bike-Miete extra. Die Anbieter unten kenne ich und kann sie empfehlen.
Als zweite Variante geht auch Selbstorganisieren: Hotels einzeln über Booking.com reservieren, Gepäck mitnehmen oder einen lokalen Gepäckservice beauftragen – mehr Aufwand, dafür ganz flexibel.



