Einmal rund um meine Lieblingsinsel: mit der Nachtfähre hin, acht Tage Küste und Pässe, und abends ein Hotel, das ich kenne.
Sardinien hat alles, was eine Motorradwoche braucht: Küstenstrassen mit Blick aufs Meer, Pässe im Inselinneren, auf denen man stundenlang kaum ein Auto sieht, und Dörfer, in denen das Mittagessen länger dauert als die Etappe. Die Strassen sind gut, die Italiener fahren rücksichtsvoll, und im Mai oder September hat man die Insel fast für sich.
Ich bin die Runde mehrfach gefahren, zuletzt mit einer Gruppe aus meiner Motorrad-Community. Hier ist die Route, die sich bewährt hat – mit den Fähren, den Etappen und den Hotels, bei denen wir übernachtet haben.
Mit dem eigenen Motorrad führt kein Weg an der Fähre vorbei, und das ist gut so. Die Nachtfähren ab Livorno und Genua legen am Abend ab und kommen am Morgen in Olbia oder Porto Torres an; Kabine buchen, Motorrad festzurren lassen, schlafen, und bei Sonnenaufgang auf die Insel rollen. Ab Zürich sind es über die Autobahn rund fünfeinhalb Stunden bis Genua und etwa sieben bis Livorno – mit Kaffeepause am Gotthard gut an einem Nachmittag zu schaffen, die Fähre legt ohnehin erst am Abend ab.
Mein Tipp für die Autobahn: Besorg dir vor der Abfahrt beim TCS die Mautbox Telepass Europa. Damit fährst du an jeder italienischen Mautstation auf der gelben Spur durch, ohne Handschuhe ausziehen, Ticket ziehen und Kreditkarte suchen – auf dem Motorrad ist das Gold wert. Die Box funktioniert nicht nur in Italien, sondern auch in Frankreich, Spanien, Portugal und seit Sommer 2026 in Kroatien; die Maut wird monatlich in Franken abgerechnet. TCS-Mitglieder zahlen für die Saison ab CHF 12 (Aktivierung plus erster Monat, danach CHF 9 pro Monat) oder CHF 48 pro Jahr; Nichtmitglieder CHF 100 pro Jahr. Im Sommer ist die Nachfrage gross – früh bestellen oder bei der TCS-Kontaktstelle abholen.
Tag 1, Olbia – Costa Smeralda – Arzachena (80 km): Ankommen, Kaffee in Porto Cervo, dann die Küstenstrasse nach Baia Sardinia. Erste Nacht im Hotel Nibaru, Costa Smeralda ohne Porto-Cervo-Preise.
Tag 2, Arzachena – Castelsardo – Alghero (180 km): Über Tempio Pausania und den Monte Limbara nach Castelsardo (Elefantenfelsen), dann die Küste entlang nach Alghero. Übernachtung im Green Sporting Club Hotel.
Tag 3, Alghero – Bosa – Oristano (170 km): Die SP105 Alghero–Bosa ist eine der schönsten Küstenstrassen Europas – 45 Kilometer Kurven ohne ein einziges Dorf. Weiter über die Sinis-Halbinsel nach Oristano.
Tag 4, Oristano – Buggerru (150 km): Durch den Südwesten in die alte Bergbauküste; die Strasse von Fluminimaggiore nach Buggerru hat Tunnel, Serpentinen und Meerblick. Nacht in La Rosa dei Venti.
Tag 5, Buggerru – Cagliari – Villasimius (200 km): Über Iglesias und die SS195 der Südküste entlang, Mittagspause in Cagliari, dann die Panoramastrasse nach Villasimius. Übernachtung im Boutique Hotel Su Sergenti.
Tag 6, Villasimius – Orientale Sarda – Dorgali (220 km): Die SS125 Orientale Sarda ist der Höhepunkt der Reise: 150 Kilometer Pass auf Pass durch die Berge bis Dorgali. Zwei Nächte im Hotel Ispinigoli.
Tag 7, Supramonte-Runde (150 km): Ohne Gepäck über Orgosolo, Mamoiada und Nuoro – Mittagessen beim Agriturismo mit Spanferkel, nachmittags die Grotte von Ispinigoli.
Tag 8, Dorgali – Olbia oder Porto Torres: Je nach Rückfähre über die Küste nach Olbia (120 km) oder quer über die Insel nach Porto Torres (200 km). Abends auf die Fähre.









Im Mai und September reicht leichte Tourenbekleidung mit Membran; im Supramonte kann es morgens kühl sein, an der Küste nachmittags über 30 Grad. Reifen vorher prüfen – die Strecke hat viele Kurven und wenig Gerade, ein abgefahrener Hinterreifen ist auf der Insel schwer zu ersetzen. Tanken ist kein Problem, aber im Landesinneren liegen die Tankstellen weit auseinander; unter halbvoll nicht in die Berge.
In allen sechs Hotels auf der Route habe ich selbst übernachtet. Jede Unterkunft hat eine eigene Seite mit Foto und Direktlink zu Booking.com.
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