Spanien · Europa

Madrid

Gran Vía, Prado, Plaza Mayor und Tapas bis Mitternacht – und mit Segovia und Ávila zwei Weltkulturerbe-Städte eine Zugstunde entfernt.

Beste ReisezeitApril bis Juni und September bis Oktober; im Winter kalt, aber leer und günstig
Empfohlene Dauer4–5 Tage: drei für Madrid, je einer für Segovia und Ávila
Preisniveaumittel – günstiger als Zürich, Essen sehr gut und bezahlbar

Warum Madrid?

Madrid ist die spanische Hauptstadt, die viele links liegen lassen, weil Barcelona am Meer liegt. Ein Fehler: Madrid hat die grösseren Museen (Prado, Reina Sofía, Thyssen), die schönere Prachtstrasse (Gran Vía) und ein Nachtleben, das erst um zehn mit dem Abendessen beginnt. Und die Madrilenen sind direkt, herzlich und haben Zeit für ein Gespräch an der Bar.

Die Stadt ist kompakt: Vom Königspalast über die Plaza Mayor, die Puerta del Sol und die Gran Vía bis zur Plaza de Cibeles läuft man in einer guten Stunde – mit Halt in einer der alten Tabernas. Der Retiro-Park ist das grüne Wohnzimmer der Stadt, am Sonntag mit halb Madrid.

Ich war im Winter dort – kalt, teils Regen, aber die Stadt gehört dann den Einheimischen, die Hotels kosten die Hälfte, und im Prado steht man allein vor Velázquez.

So buche ich Madrid

Hotels buche ich über Booking.com – mein Tipp ist das Vincci Centrum, 300 Meter von der Gran Vía. Für die Ausflüge nach Segovia und Ávila braucht es kein Auto: Der Schnellzug fährt in 30 Minuten nach Segovia und in 90 Minuten nach Ávila. Wer beide Städte an einem Tag sehen will oder lieber mit Führung unterwegs ist, nimmt eine geführte Tagestour ab Madrid – das ist oft bequemer, als Zug, Bus und Eintritte selbst zu kombinieren.

Wer alles selbst organisiert: Zugtickets auf renfe.com (Avant-Züge, früh buchen), Prado-Tickets direkt beim Museum, abends ab 18 Uhr gratis.

Meine Tipps für Madrid

  • Gran Vía am frühen Morgen ablaufen, wenn die Strasse noch leer ist – das Metropolis-Gebäude und die Telefónica sehen im ersten Licht am besten aus.
  • Aufs Dach des Palacio de Cibeles (Rathaus) – der Mirador kostet wenig und zeigt die ganze Stadt.
  • Essenszeiten anpassen: Mittag um 14 Uhr, Abendessen nicht vor 21 Uhr. Dazwischen Tapas an der Bar im Stehen.
  • Turrón bei Vicens an der Calle Mayor probieren – es gibt ihn in Dutzenden Sorten, das ganze Jahr.
  • Das neue Bernabéu-Stadion lohnt sich auch für Nicht-Fussballfans: Stadiontour mit Museum, Metro-Station direkt davor.

Meine Fotos aus Madrid

Ausflug nach Segovia

Segovia ist der Ausflug, den man nicht auslassen darf: 30 Minuten mit dem Avant-Zug von Madrid-Chamartín, dann Bus oder Taxi vom Bahnhof in die Altstadt. Das römische Aquädukt steht mitten in der Stadt, 28 Meter hoch, aus Granitblöcken ohne Mörtel – man steht davor und versteht nicht, wie das seit 2000 Jahren hält. Von dort führt die Calle Real hinauf durch die Altstadt zur Kathedrale und weiter zum Alcázar, der Burg auf dem Felssporn, die aussieht wie aus dem Märchenbuch.

Zum Mittagessen gehört Cochinillo, das Spanferkel, das in Segovia so zart ist, dass es am Tisch mit dem Tellerrand zerteilt wird. Die Casa Duque macht das seit 1895; dazu Judiones, die grossen weissen Bohnen aus La Granja. Reservieren, besonders am Wochenende.

Ausflug nach Ávila

Ávila liegt auf 1130 Metern, ist die höchstgelegene Provinzhauptstadt Spaniens und im Winter entsprechend kalt – dafür der Himmel oft knallblau. Die Stadtmauer aus dem 11. Jahrhundert ist die besterhaltene Europas: 2,5 Kilometer, 88 Türme, 9 Tore, und man kann oben drauf spazieren, mit Blick auf die verschneite Sierra de Gredos. Vom Zug sind es ab Madrid 90 Minuten, ab Segovia eine knappe Stunde mit dem Bus.

In der Altstadt ist alles eng beisammen: die Kathedrale, die direkt in die Mauer gebaut ist, die Plaza de Santa Teresa mit der romanischen Kirche San Pedro und überall Spuren der heiligen Teresa, die 1515 hier geboren wurde. Die Spezialität sind Yemas de Santa Teresa, süsse Eigelb-Bällchen – und das Chuletón, ein riesiges Rindskotelett vom Ávila-Rind.

Wo übernachten?

In Madrid wohne ich am liebsten zwischen Puerta del Sol und Gran Vía – alles zu Fuss erreichbar, die Metro vor der Tür, abends Leben auf der Strasse. Das Vincci Centrum liegt genau dort.

Unterkunft in Madrid finden

Ich vergleiche Hotels und Apartments fast immer auf Booking.com – mit echten Bewertungen und meist kostenloser Stornierung.

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