19 Grad im November, leere Buchten, Fincas zum halben Preis: Wer Mallorca abseits von Playa de Palma kennt, fährt im Winter hin. Was offen bleibt, was schliesst – und was ihr mir empfehlt.
Ehrlich vorweg: Mein Mallorca liegt eine Weile zurück. Ende der Neunziger war ich mehrmals zum Golfen auf der Insel, rund um Pollença, eingeladen über die Golfzeitschrift, die ich damals herausgab. An die Hotels erinnere ich mich kaum – an drei Dinge dafür umso besser: die wunderschönen Plätze zwischen Meer und Bergen, eine Gastfreundschaft, wie ich sie selten erlebt habe, und das Essen. Palma mit der Kathedrale und der Altstadt hat mich damals beeindruckt und tut es auf jedem Foto noch heute.
Was ich bei der Planung für meine Rückkehr gelernt habe: Mallorca hat zwei Gesichter, und im Winter sieht man nur das schöne. Die grossen Resorts an der Playa de Palma, in Magaluf und Cala Millor schliessen von Oktober bis April. Der Teil der Insel, der ganzjährig lebt – Palma, die Tramuntana-Dörfer, der Norden um Pollença und der Südosten um Santanyí – gehört dann den Einheimischen und den wenigen, die es wissen.
Im November sind es tagsüber rund 19 Grad, nachts 9, mit gut fünf Sonnenstunden und etwa sechs Regentagen – meist kurze, kräftige Schauer zwischen sonnigen Phasen. Das Meer hat 18 bis 19 Grad, ein kurzes Bad an ruhigen Tagen geht. Im Dezember und Januar bleibt es bei 15 bis 16 Grad am Tag; der Februar bringt die Mandelblüte und die ersten warmen Tage. Am trockensten ist der Süden um Santanyí und Colònia de Sant Jordi, am regenreichsten die Tramuntana – dort aber mit der schönsten Landschaft zum Wandern.






Sóller und Port de Sóller. Das Orangental in der Tramuntana, verbunden durch die alte Holzbahn von Palma und die Strassenbahn zum Hafen. Boutique-Hotels und Fincas haben ganzjährig offen, die Wanderwege nach Deià und Fornalutx beginnen vor der Tür. Mein erster Standort, wenn ich zurückkomme.
Pollença und der Norden. Mein altes Golf-Revier: Pollença mit dem Sonntagsmarkt und der Kalvarienberg-Treppe, Port de Pollença mit der Pinienpromenade, dahinter das Cap de Formentor. Alcúdia und seine Altstadt bleiben offen, die grossen Strandhotels an der Bucht nicht alle.
Santanyí und Colònia de Sant Jordi. Die trockenste Ecke der Insel: Santanyí mit dem Markt am Mittwoch und Samstag, die Calas Llombards und Caló des Moro, der Naturstrand Es Trenc und die Salinen. Viele Ferienwohnungen, wenig Hotelbetten – im Winter ein Vorteil.
Palma. Die Kathedrale, die Altstadt mit ihren Patios, der Mercat de l'Olivar, das Hafenviertel Santa Catalina mit den Restaurants – Palma ist eine richtige Stadt mit 400'000 Einwohnern und funktioniert zwölf Monate im Jahr. Für zwei, drei Tage am Anfang oder Ende der Reise ideal.
Was ich meiden würde: Playa de Palma, Magaluf, Cala Millor und Cala d'Or zwischen November und April – dort ist tatsächlich alles zu.
Flüge ab Zürich und Basel gibt es im Winter täglich, oft unter 100 Franken. Ohne Mietwagen geht abseits von Palma wenig – im Winter ist er günstig und am Flughafen ohne Wartezeit. Fincas und Ferienwohnungen kosten von November bis März häufig die Hälfte des Sommerpreises; Hotels in Sóller, Pollença und Palma haben ganzjährig offen.
Ich sammle hier, was ihr mir empfehlt: kleine Hotels, Fincas, Restaurants und Orte, die im Winter offen sind und sich lohnen. Jeder Tipp erscheint mit Vornamen. Die ersten Antworten aus meinem Facebook-Aufruf trage ich laufend nach.
Du kennst einen Ort, eine Finca oder ein Restaurant auf Mallorca, das im Winter offen ist und sich lohnt? Schreib es mir – ich prüfe die Tipps und nehme die besten mit deinem Vornamen hier auf.