Ronda, die Weissen Dörfer, die Sierra de Grazalema und die Küste bis Gibraltar: eine Woche Kurven in Südspanien – die Route, die ich selbst abgefahren bin.
Ich war mit dem Auto in Andalusien und habe die Strecken zwischen Estepona, Ronda, Sevilla, Córdoba, Jerez und Gibraltar abgefahren – und mich dabei auf fast jedem Kilometer geärgert, nicht auf dem Motorrad zu sitzen. Die Strasse von San Pedro de Alcántara hinauf nach Ronda, die Serpentinen durch die Sierra de Grazalema, die Weissen Dörfer am Hang: Das ist Kurvenland wie die Alpen, nur mit Olivenhainen, 25 Grad im April und fast ohne Verkehr.
Darum hier die Route so, wie ich sie beim nächsten Mal mit dem Motorrad fahren werde. Sie beginnt und endet in Málaga, weil dort die Flüge günstig sind und die Motorradvermieter sitzen – und weil man dann an der Küste anfängt und in den Bergen aufhört.
Von Zürich oder Basel fliegt man in gut zweieinhalb Stunden nach Málaga. Das eigene Motorrad hinzubringen lohnt sich für eine Woche nicht – die Fahrt durch Frankreich und halb Spanien dauert drei Tage in jede Richtung. In Málaga vermieten mehrere Anbieter BMW GS, Triumph Tiger und Harleys ab rund 100 bis 150 Franken pro Tag, Koffer und Navi inklusive. Den Mietwagen für Mitreisende, die lieber vier Räder haben, vergleiche ich wie immer bei Discover Cars.
Tag 1, Málaga – Estepona (90 km): Motorrad übernehmen, die Küstenstrasse nach Westen – Marbella mit der Promenade, dann Estepona mit der Altstadt voller Blumentöpfe. Erste Nacht im Grand Hotel Las Dunas direkt am Meer, wo ich selbst gewohnt habe, oder im The Flag Hotel in der Altstadt.
Tag 2, Estepona – Gibraltar – Tarifa – Vejer (170 km): Morgens nach Gibraltar (Pass nicht vergessen, das Motorrad an der Grenze ist unkompliziert), auf den Felsen zu den Affen, dann die A-7 bis Tarifa, dem südlichsten Punkt Europas mit Blick auf Marokko. Übernachtung in Vejer de la Frontera, einem der schönsten Weissen Dörfer.
Tag 3, Vejer – Jerez – Arcos de la Frontera (140 km): Über die Küste bei Cádiz nach Jerez: Sherry-Bodega (ohne Degustation für den Fahrer, dafür mit Tio Pepe als Foto), dann hinauf nach Arcos, das auf einem Felsen über dem Guadalete thront.
Tag 4, Arcos – Grazalema – Zahara – Ronda (120 km): Der beste Tag. Die A-372 durch die Sierra de Grazalema, der Puerto de las Palomas mit 1'350 Metern, Zahara de la Sierra am Stausee, dann Setenil de las Bodegas mit den Häusern unter dem Fels. Abends Ronda, Puente Nuevo im Abendlicht. Zwei Nächte.
Tag 5, Ronda-Runde (150 km): Ohne Gepäck: über die A-397 hinunter nach San Pedro (die berühmten Kurven, 50 Kilometer Serpentinen) und über die A-366 via El Burgo zurück. Oder nördlich nach Olvera entlang der alten Bahnlinie. Mittagessen in einem Dorf, Nachmittag in Ronda.
Tag 6, Ronda – Antequera – Córdoba (200 km): Über die Berge nach Antequera (Felsformation El Torcal, eine halbe Stunde Umweg, die sich lohnt), dann durch das Olivenmeer nach Córdoba. Abends die Römerbrücke mit Blick auf die Mezquita.
Tag 7, Córdoba – Málaga (170 km): Morgens die Mezquita (um 8.30 Uhr vor den Gruppen), dann über die A-45 durch die Berge der Subbética zurück nach Málaga, Motorrad abgeben, Flug am Abend.
Wer mehr Zeit hat, hängt Sevilla an (Tag 3 oder nach Córdoba) oder die Alpujarras südlich von Granada – dann werden es zehn Tage. Zu allen Städten und zu meinen Fotos: die Reiseziel-Seite Andalusien.









Wer sich nicht um Routen und Hotels kümmern will: Edelweiss Bike Travel und andere Veranstalter fahren im Frühjahr und Herbst Andalusien-Touren ab Málaga mit Begleitfahrzeug – meist acht Tage, Motorrad und Hotels inklusive. Die aktuellen Angebote stehen in der Motorrad-Rubrik.
Die Hotels in Estepona kenne ich selbst, beide mit eigener Seite und Direktlink zu Booking.com. Für die Bergetappen stehen die Dörfer oben – dort buche ich über Booking.com.
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